Dienstag, 9. Januar 2018

Achtung, Text!

Studium, Arbeit, Beziehung, Haushalt, Oh - und dann gibt es einen ja selbst noch!
Meine Websiten, die zu mir selbst gehören (nämlich zu meinen Hobbys), stehen leider auch schon lange hinten an. Das tut mir enorm leid, für die Webszene, für meine Leser, meine Schüler und Besucher aber auch für mich selbst.
Das Studium im Bereich Philosophie macht mich selbst sehr nachdenklich. Regen unsere Professoren uns auch immer wieder dazu an über sich, über die Welt, das Leben und noch so vieles mehr nach zu denken. Fragen wie: "Ist dies, was ich genau jetzt mache, genau das, was ich auch wirklich machen will?" sind dabei normal. Oder auch: "Macht mir dies hier Spaß?", "Bin ich mit meiner Wahl glücklich?" - Wenn die Antworten "Ja" lauten, dann ist man auf den richtigen Wege. Doch wenn irgendwo die Antwort "vielleicht" oder gar "Nein" angeschlichen kommen, muss man heraus finden, woran es liegt. Was verhindert die Antwort 'Ja' für einen? Wenn man die Ursache gefunden hat, muss man diese beseitigen, so lange, bis die klare Antwort "Ja" auf diese Fragen folgt.
Natürlich ist es vernünftiger etwas zu studieren um später genügend Geld zu verdienen, genügend Berufschancen zu haben, um sich finanziell eben keine Sorgen machen zu müssen.
Das ist klar.
Doch ist der vernünftige Weg stets der Richtige? Was bringt einem ein Vernünftiger Weg, wenn dieser ein nicht glücklich macht?
Ich sprach schon viele in dem Thema an. Verwandte, Bekannte, Arbeitskollegen und Mitstreiter in der Uni. Die meisten bleiben bei der Art Rat, dass man etwas studieren soll, um etwas aus sich zu machen. Die meisten Raten lieber zu studieren um gut zu verdienen, als ein Job an dem man Spaß hat auszuüben, wo man nicht gut verdient.
Die wenigsten wagen folgendes zu Raten: "Mache dies, was dich einfach Glücklich macht. Ganz egal was andere sagen."

Viele Menschen leben für die Zukunft. Dabei ist die Zukunft doch in Wirklichkeit ungewiss.
Viele Menschen arbeiten auf ein "irgendwann kann/werde ich...." hin. Doch wer sagt, dass dieses "irgendwann" jemals eintrifft?
Sollte der Mensch nicht eher lernen in dem jetzigen Moment zu leben? Denn das man genau jetzt am Leben ist, dass ist ein Fakt. Der Mensch sollte vielleicht viel eher lernen im hier und jetzt zu leben, das hier und jetzt zu genießen. Denn die Vergangenheit lässt sich nicht ändern und die Zukunft ist ungewiss. Die Zukunft kommt zudem auch meist anders, als man sich es erhofft oder erarbeiten wollte.
"Du musst doch auch an deine Zukunft denken!", argumentieren in dem Punkt viele. Man könne doch nicht so in den Tag hinein leben, ohne sich Gedanken an die kommenden Tage zu machen.
Doch das wirft die Frage auf: Muss man wirklich? Wer zwingt einen dazu? Die sogenannte Zukunft kommt so oder so. Ob ich heute nur für die Zukunft mich bemühe, oder ob ich mich heute bemühe ein glücklichen und schönen Tag zu haben.

Oh man, ich fürchte meine Worte hier dürften für viele Unklarer sein, als gewollt.
Versuch ich es mal an einen Beispiel zu erläutern, was ich meine...
Person A arbeitet 7 vielleicht gar 10 Jahre lang auf etwas hin. Sei es ein kleines Vermögen, welches er sich erhofft, eine Weltreise oder ein eigen Heim, welches er nach dieser langen Zeit erbauen möchte.
Diese Jahre jedoch machen ihn alles andere als Glücklich. Nur das Ziel vor Augen lässt ihn weiter machen.
Person B hingegen hat das selbe Ziel, sucht sich jedoch einen Weg, welcher ihn Glücklicher macht. Gut, dadurch verdient Person B vielleicht nicht so gut, und aus den 7-10 Jahren von Person A werden vielleicht gar 20 Jahre, bis das Ziel in greifbare Nähe rückt. Dafür aber sind es 20 Glückliche Jahre, während Person A 10 Unglückliche Jahre durchlebt.

Was von den beiden Varianten ist erstrebenswerter? Was ist "besser"?
Beides sind Wege, die Möglich sind. Doch man muss sich entscheiden. Geht man lieber einen kurzen doch qualvollen Weg, oder lieber einen längeren doch Glücklicheren Weg?

Nun könnte man verschiedene Szenarien einbauen zur Entscheidungshilfe. Zum Beispiel...
Angenommen nach 5 Jahren geschieht etwas unvorhersehbares. Sei es eine Krankheit, ein Unfall, eine Änderung im Liebesleben/Beziehung/Familienleben, ect. Beide würden ihr Ursprüngliches Ziel nicht erreichen.
Person A hatte dann 5 unglückliche Jahre. Person B hatte 5 glückliche Jahre.

Wie würdet ihr in dieser (philosophischen) Problematik argumentieren? Für welche Variante würdet ihr euch entscheiden? (vielleicht auch Warum?)
Man könnte auch Fragen für welche Variante ihr euch aktuell entschieden habt. Immerhin leben wir ja alle. Manche für den Augenblick, manche eher für die Zukunft.

Kommentare:

  1. UI, ein wirklich sehr Nachdenklicher Text. Ich bin ehrlich, ich habe schon immer denn langen aber dafür glücklichen Weg gewählt. Denn ich bin schon immer ein Mensch gewesen der im Jetzt lebt & eigentlich nie wirklich darüber nachgedacht hat was eigentlich mal werden soll. Klar sicher ich mich in manchen Bereich ab (z.B. Sparen, Konten für die Kinder einrichten u.ä.) aber das sind Dinge die weiß man das es gut wäre es zu machen. Alles andere lasse ich einfach auf mich zukommen.

    Lg Nicky

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    1. Danke für dein Beitrag.
      ich selbst war immer eher die Person die auf die Zukunft hinarbeitete. Gab es nie groß Chancen für mich mein hier und jetzt so zu ändern, dass es mir besser gefiel. seit einigen Monaten habe ich jedoch die Möglichkeiten. Daher und auch Dank unseren Professoren bin ich daher in der Thematik aktuell nachdenklich

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  2. Mir gefällt dein Text sehr gut & ich kann ihn auch sehr gut nachvollziehen... Früher habe ich auch extrem große Pläne für die Zukunft gehabt bis wann ich was erreicht haben wollte im Leben.. jedoch dann kam meine Krankheit dazwischen, wodurch ich immer wieder sehr viel Zeit im KH verbracht habe & mein Abitur nie wirklich beenden konnte... somit hatte ich nur ein Fachabitur... nahm im letzten Jahr nochmal den Nerven zusammen mich hinzusetzen mein Vollabitur zu machen, bis ich gegen Ende des Jahres merke... halt stopp du hast inzwischen sehr viele Wartesemester mit deinem Fachabitur gesammelt, 2.0 ist jetzt gar kein so schlechtes Abitur und dein neues Vollabitur würde viel schlechter werden wie ich zu den Zeitpunkt bemerkte als das welches du bereits 3 Jahre zuvor erworben hattest...was tat ich also ich beschloss mich an der Uni zu bewerben auf mein Wunschstudium ja es gibt nur diese eine Uni ja es ist nicht leicht genommen zu werden und trotz 6 WS hab ichs net geschafft, aber ich gebe nicht auf. Ich entschied mich für den Weg das Abitur, was ich begonnen hatte zu schmeißen und wieder hier und da etwas jobben zu gehen bis ich mich wieder bewerben kann. Inzwischen haben mein Freund und ich uns auch für die Familienplanung entschieden während ich jobbe. Ich weiß viele werden laut und sagen du bist mit 25 Jahren doch schon so alt, wann willst du denn irgendwann mal fertig werden. Grundschullehramt dauert doch 5 Jahre. Weißt du WAS 5 JAHRE sind?!! Ständig muss man sich solche Sprüche anhören oder wie schwer und unerreichbar, dass alles erstmal mit Kinder wird. Doch es gibt auch schon so viele die es trotzdem geschafft haben, also warum sollte man selbst gerade die Person sein die es nicht schafft?! Warum sollte man unglücklich in seinem alten irgendwann mal gelernten Beruf verrotten, wenn man doch anders viel glücklicher sein kann, indem man dass tut was einem Freude bereitet. Das sind für mich Mathe, Physik sowie das Besammensein mit Kindern. Ich habe in vielen Jahren hin und her mit Schule gemerkt, was mir wirklich Freude bereitet und gelernt mit dem Gerede, der anderen Menschen umzugehn. Ich finde es eher schrecklich wie so viele Menschen Tag für Tag einem Job nachgehen können, indem Sie totunglücklich sind. Ich habe in der Vergangenheit in so viele verschiedene Bereiche reinschaun können, um genau zu filtern, welche Bereiche liegen mir, was geht gar nicht oder was macht mich krank und unterfordert mich. Ich habe es auch einfach satt unglücklich zu sein und auch wenn viele Menschen es nicht verstehen können... ich werde meinen Weg gehen auf den ich stolz bin, step by step und auch wenn er länger dauert... ich werde irgendwann auch an meinem Ziel angekommen sein und in der Zwischenzeit gelebt haben statt nur so für mich dahinzuvegetieren.

    Vielen Dank für deinen tollen Text Yukina. <3

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