Mittwoch, 7. Februar 2018

Universität Rostock

Für viele die das erste mal ein Studium bestreiten, kann es besonders am Anfang sehr verwirrend sein. In diesem Beitrag versuche ich meine Eindrücke zu bündeln und auch den ein oder anderen Tipp zu geben!
Doch ehe man Student ist, muss man sich entscheiden: Welche Uni soll es werden?
Bei dem Verfahren heraus zu finden, was man studieren möchte, kann kaum einer Helfen. Man muss sich überlegen was man gerne macht, an was hat man Spaß? Daraufhin sollte man sich umschauen: Was gibt es in dieser Richtung in der Berufswelt? Was für "Sachen" kann man in der Richtung studieren?
Wenn man all das heraus gefunden hat, muss man noch die passende Uni finden.
Meine Wahl landete auf die Universität Rostock, aus verschiedenen Gründen.
1. Meine Kombination auf Chemie und Philosophie (Lehramt) ist eher ungewöhnlich. Die meisten Unis in Deutschland bieten nur Blockwahlen an. Dh. Man kann dann nur die Gängigen Kombinationen auf Lehramt studieren. Zum Beispiel Mathe Chemie, Chemie Bio, ect... In Rostock hat man die freie Wahl! Du kannst bei Lehramt alles mit allem Kombinieren.
2. Ich wohnte sowieso schon in Rostock. Hier gibt es vergleichsweise günstige Wohnungen und eine Vielzahl von WG-Möglichkeiten. Ist auch irgendwo kein Wunder: In Rostock sind ca. 15.000 Studenten.
3. Die Uni bearbeitet alles Bürokratische vergleichsweise schnell und - die Uni hat für alles mögliche Ansprechpartner.

Man bewirbt sich bei den Unis, die in Frage kommen und wartet ein Weilchen ab. Sobald man Angenommen wurde, bzw. sich Eingeschrieben hat, ist es dann so weit: Das Semester kann kommen!

Die erste Woche ist bei vielen Unis die Einführungswoche, speziell für die Erstis. In Rostock bedeutet dies: Es gibt fast jeden Tag verschiedene Veranstaltungen, zu der man hingehen kann. Manche sind Speziell für die Informatiker, andere Speziell für die Philosophen, manche speziell für Lehramtstudenten und andere für alle. Mein Tipp: Geht hin! Nutzt es!
Denn zum einen lernt man dort enorm viele Leute kennen. Man findet gleichgesinnte, man findet Studenten, die das selbe Studieren wie man selbst und lernt sich schon einmal im groben Kennen. Man bekommt eine Übersicht was die Fakultäten (Gebäudekomplexe) angeht und man kriegt nahegelegt auf was man zu achten hat. Fragen werden geklärt wie: Wo gibt es die Bibliothek? Was sind LP? Wie erstelle ich meinen Stundenplan? Wo sehe ich, was Pflichtmodule sind? Was sind überhaupt Module? Was passiert, wenn ich eine Prüfung verhau? Was für Möglichkeiten gibt es für mich auch mal eine Weile im Ausland zu studieren? Welche Möglichkeiten gibt es im Finanziellen Bereich für mich? Wo krieg ich eine Kopierkarte her? Was für Aktivitäten gibt es hier? Und und und.....
All solche fragen werden in dieser ersten Woche beantwortet. Es gibt Dinge, die ihr in der Woche 5 mal erklärt bekommt, und andere Dinge die ihr selbst erfragen müsst. Egal wann euch eine frage in den Sinn kommt: Notiert sie! Stellt sie!
An der Uni herrscht vermehrt ein Miteinander. Wenn du also mal nicht genau weißt wo du hin musst, in welchem Raum die Veranstaltung XYZ stattfindet, oder an wen du deine Frage im Thema ABC stellen kannst: Sprecht einfach die nächst beste Person freundlich an! Wenn es sich hierbei nicht gerade auch um ein Ersti handelt, dann wird dir geholfen. Ich habe es kein einziges mal erlebt, dass man im regen stehen gelassen wird. Und falls die Person ein Ersti ist, hast du direkt noch jemanden Kennengelernt, der in der selben Situation ist wie du. Vielleicht hat diese Person schon etwas herausgefunden, was dich interessiert? Quatscht ein wenig, das schadet nie.

Stark zu Empfehlen ist der Campustag!
Beim Campustag ist förmlich alles Vertreten von der Uni, was es zu vertreten gibt. Schaut euch jeden Stand an - nicht nur den, wo es Freibier ggf. gibt. Sammelt Flyer, Quatscht mit den Leuten bei den Ständen, die Euch mehr interessieren und stellt Eure Fragen ohne Umwege. In Rostock sind auch die Studenten - sowohl für Bachlor als auch für Lehramt - je nach Studiengang vertreten. D.H. man kann als Biologiestudent zu den Biostudenten hingehen und fragen: Wie ist das so, auf was muss ich achten, habt ihr hinweise zu meinem Stundenplan? - oder auch wenn du schon ein Stundenplan gebastelt hast: Könnt ihr mal schauen ob mein Stundenplan soweit ok ist, oder ob ich was wichtiges vergessen hab? Wo muss ich hin, wenn ich zum Thema XYZ Fragen/Probleme habe? Ect. Ect....
Am Campustag kann man auch reichlich Kram ergattern. Kalender, Stifte, Kekse, Beutel, Getränke, .....
Nutzt diesen Tag auf jeden Fall. Habt keine Angst Eure Fragen zu stellen - denn die, die dort stehen, die waren auch mal genau in deiner Situation und können dir daher am besten helfen!

Manche Studiengänge haben gar so etwas wie ein Mentorenprogramm. Bei der Uni Rostock betrifft das zum Beispiel die Chemiestudenten. Ein paar Höhersemestrige bieten sich als Mentoren an. Die Neulinge (Erstis) wählen sich ein Mentor, bei einem gemeinsamen Treffen wo alle beieinander sind. Die Mentoren sind dann so etwas wie Bezugspersonen. Man kann sie alles Fragen, nicht nur zum Thema Chemie sondern zum Studium allgemein. Sei es das finden des Raums SR 9028 oder sei es das erhaschen von Tipps, wo man an welchem Tag am besten in der Stadt feiern kann.

Wie ihr seht: Es gibt dutzende Möglichkeiten die Fragen, die einen Quälen, beantwortet zu bekommen. Nutzt dies. Nutzt diese Veranstaltungen um Unsicherheiten und Unklarheiten los zu werden.

Am Ende der Woche habt ihr ein riesigen Stapel an Broschüren, Hefte, Bücher... Geht sie einmal durch. Sortiert sie in "Für mich interessant" und "kann weg". Sowas schadet nie.


Plant in der "Ersten richtigen Woche" genügend Zeit ein. D.H. Kommt überpünktlich. Denn falls du dich doch etwas verläufst, bei der Suche nach dem Richtigen Hörsaal, hast du genügend Zeit und musst nicht in Panik verfallen. Je nachdem um was für eine Veranstaltung es sich handelt (Vorlesung, Seminar, Übung,....) rät es sich generell gerne mal 15 Minuten früher da zu sein. Der Grund: Wenn man zu spät kommt hat man bei manchen Veranstaltungen einen Sitzplatz auf der Treppe, einfach weil es mehr Studenten sind, als gedacht und der Raum somit ggf. zu klein. So etwas Pendelt sich mit der Zeit ein - doch in den Ersten Wochen weiß man nie so genau. Zudem kann man die Zeit dann auch nutzen, die Mitstreiter zu beschnuppern :)

Dienstag, 9. Januar 2018

Achtung, Text!

Studium, Arbeit, Beziehung, Haushalt, Oh - und dann gibt es einen ja selbst noch!
Meine Websiten, die zu mir selbst gehören (nämlich zu meinen Hobbys), stehen leider auch schon lange hinten an. Das tut mir enorm leid, für die Webszene, für meine Leser, meine Schüler und Besucher aber auch für mich selbst.
Das Studium im Bereich Philosophie macht mich selbst sehr nachdenklich. Regen unsere Professoren uns auch immer wieder dazu an über sich, über die Welt, das Leben und noch so vieles mehr nach zu denken. Fragen wie: "Ist dies, was ich genau jetzt mache, genau das, was ich auch wirklich machen will?" sind dabei normal. Oder auch: "Macht mir dies hier Spaß?", "Bin ich mit meiner Wahl glücklich?" - Wenn die Antworten "Ja" lauten, dann ist man auf den richtigen Wege. Doch wenn irgendwo die Antwort "vielleicht" oder gar "Nein" angeschlichen kommen, muss man heraus finden, woran es liegt. Was verhindert die Antwort 'Ja' für einen? Wenn man die Ursache gefunden hat, muss man diese beseitigen, so lange, bis die klare Antwort "Ja" auf diese Fragen folgt.
Natürlich ist es vernünftiger etwas zu studieren um später genügend Geld zu verdienen, genügend Berufschancen zu haben, um sich finanziell eben keine Sorgen machen zu müssen.
Das ist klar.
Doch ist der vernünftige Weg stets der Richtige? Was bringt einem ein Vernünftiger Weg, wenn dieser ein nicht glücklich macht?
Ich sprach schon viele in dem Thema an. Verwandte, Bekannte, Arbeitskollegen und Mitstreiter in der Uni. Die meisten bleiben bei der Art Rat, dass man etwas studieren soll, um etwas aus sich zu machen. Die meisten Raten lieber zu studieren um gut zu verdienen, als ein Job an dem man Spaß hat auszuüben, wo man nicht gut verdient.
Die wenigsten wagen folgendes zu Raten: "Mache dies, was dich einfach Glücklich macht. Ganz egal was andere sagen."

Viele Menschen leben für die Zukunft. Dabei ist die Zukunft doch in Wirklichkeit ungewiss.
Viele Menschen arbeiten auf ein "irgendwann kann/werde ich...." hin. Doch wer sagt, dass dieses "irgendwann" jemals eintrifft?
Sollte der Mensch nicht eher lernen in dem jetzigen Moment zu leben? Denn das man genau jetzt am Leben ist, dass ist ein Fakt. Der Mensch sollte vielleicht viel eher lernen im hier und jetzt zu leben, das hier und jetzt zu genießen. Denn die Vergangenheit lässt sich nicht ändern und die Zukunft ist ungewiss. Die Zukunft kommt zudem auch meist anders, als man sich es erhofft oder erarbeiten wollte.
"Du musst doch auch an deine Zukunft denken!", argumentieren in dem Punkt viele. Man könne doch nicht so in den Tag hinein leben, ohne sich Gedanken an die kommenden Tage zu machen.
Doch das wirft die Frage auf: Muss man wirklich? Wer zwingt einen dazu? Die sogenannte Zukunft kommt so oder so. Ob ich heute nur für die Zukunft mich bemühe, oder ob ich mich heute bemühe ein glücklichen und schönen Tag zu haben.

Oh man, ich fürchte meine Worte hier dürften für viele Unklarer sein, als gewollt.
Versuch ich es mal an einen Beispiel zu erläutern, was ich meine...
Person A arbeitet 7 vielleicht gar 10 Jahre lang auf etwas hin. Sei es ein kleines Vermögen, welches er sich erhofft, eine Weltreise oder ein eigen Heim, welches er nach dieser langen Zeit erbauen möchte.
Diese Jahre jedoch machen ihn alles andere als Glücklich. Nur das Ziel vor Augen lässt ihn weiter machen.
Person B hingegen hat das selbe Ziel, sucht sich jedoch einen Weg, welcher ihn Glücklicher macht. Gut, dadurch verdient Person B vielleicht nicht so gut, und aus den 7-10 Jahren von Person A werden vielleicht gar 20 Jahre, bis das Ziel in greifbare Nähe rückt. Dafür aber sind es 20 Glückliche Jahre, während Person A 10 Unglückliche Jahre durchlebt.

Was von den beiden Varianten ist erstrebenswerter? Was ist "besser"?
Beides sind Wege, die Möglich sind. Doch man muss sich entscheiden. Geht man lieber einen kurzen doch qualvollen Weg, oder lieber einen längeren doch Glücklicheren Weg?

Nun könnte man verschiedene Szenarien einbauen zur Entscheidungshilfe. Zum Beispiel...
Angenommen nach 5 Jahren geschieht etwas unvorhersehbares. Sei es eine Krankheit, ein Unfall, eine Änderung im Liebesleben/Beziehung/Familienleben, ect. Beide würden ihr Ursprüngliches Ziel nicht erreichen.
Person A hatte dann 5 unglückliche Jahre. Person B hatte 5 glückliche Jahre.

Wie würdet ihr in dieser (philosophischen) Problematik argumentieren? Für welche Variante würdet ihr euch entscheiden? (vielleicht auch Warum?)
Man könnte auch Fragen für welche Variante ihr euch aktuell entschieden habt. Immerhin leben wir ja alle. Manche für den Augenblick, manche eher für die Zukunft.